Es begab sich zu der Zeit da ich mich von Mama Razzo getrennt hatte und auch der erhoffte Erfolg mit dem Business in Thailand ausblieb und ich sowieso granatenmässig die Nase voll von Pattaya hatte, dass ich zum Abschalten und Motorrradfahren nach Nordthailand, genauer gesagt nach Chiang Mai gedüst bin. Ich wollte mir im Thailändischen Gebirge einfach a bissl den Kopf freifahren, die Landschaft genießen und meine Ruhe haben. Es kam dann aber doch ein klein wenig anders… Aber ich beginne erstmal am Anfang, der noch ganz planmässig lief.

Mit der Thaiair v. Bangkok nach Chiang Mai. Ist ein Flug v. etwa 1,5h, so 900km, für den man eine Boeing 737 oder Airbus 320 erwartet hätte. Aber nein, die Thai hat’s ja und setzte dafür allen Ernstes einen großen A330 Langstreckenflieger mit Kapazität für ca. 350 Passagiere ein.

Dementsprechend einsam war ich auf dem Flug…

In Chiang Mai angekommen ließ ich mich mit dem Taxi zum Holiday Inn bringen. Obwohl noch mitten in der Hochsaison waren wenig Gäste da, wohl deshalb weil es ein wenig außerhalb des Zentrums am Ufer des Mae Nam Ping oder “Ping River” liegt. Da ich schon seit rd. 10 Jahren bei IHG Platinium Elite Status habe und Platz war, gab man mir anstatt d. gebuchten Deluxe Zimme eine der großen Suiten ganz oben…wogegen ich nichts hatte, schließlich musste ich die ca. 90qm nicht selbst putzen… 😉 Da das Hotell schon ein paar Jahre auf dem Fundament hat, ist da alles noch schön im “Thai Lanna Holz-Stil”, der im Norden vorherrscht. Und alles tiptop in Schuss…das Bett von der IHG-üblichen Wohlfühlqualität, einfach vorbildlich.

Da ich am Morgen schon ankam, ließ ich mir dann gleich das Motorrad bringen, eine Kawasaki Versys 650 mit 72PS, ein Hybrid aus Touren- und Geländemaschine die auch sehr bequem und vor allem wendig ist. Die 72 PS bei dem Gewicht machen das Teil auch noch ziemlich agil. Und los ging’s, die erste Tour in südwestliche Richtung, u.a. zum Doi Inathon, dem höchsten Berg Thailands mit 2.565m. Ich hatte keine Karte, auch kein Navi, die Richtung kannte ich und so fuhr ich einfach drauf los, der Nase nach… Dabei bin ich allerhand Serpentinen rauf und runter gefahren, habe unerwartet schöne Ecken entdeckt, mal angehalten und ein paar Fotos gemacht.

Wasserfälle hat’s hier auch an jeder Ecke…

Aber dann endlich in Richtung des Doi Inathon. Da oben war recht viel Trubel. Alles schön angelegt mit Gärten und Blumen…und natürlich Fressbuden. Man kann in Thailand viele Tode sterben, aber ich bin sicher, “verhungern” gehört nicht dazu…

1

Das war auf etwa 2.300m, ich bin dann noch ganz hoch gefahren, dort ist aber eine Militäreinrichtung und da kommt man nicht rein. Hab mit der Wache ein Pläuschchen gehalten und ne Zigarette geraucht und bin dann wieder runter und Richtung Chiang Mail gefahren. Ach ja…saukalt war’s da oben ! (Zumindest wenn man bedenkt, dass in Chiang Mai zu der Zeit tagsüber 42° herrschten…)

Den Rest bin ich dann eine Art Autobahn mit 180 (erlaubt 110) zurückgebrettert und als ich wieder im Hotel war, konnte ich gerade noch so den Sonnenuntergang einfangen…

Ich erinnerte mich von einem vorherigen Aufenthalt in 2011, dass in der Altstadt ein Muay Thai Box Ring mit lauter Bars und Kneipen und kl. Restaurants drumherum existierte und tatsächlich fand ich es nach der Zeit sogar wieder. Ich wollte nach einigen Stunden staubtrockenen 42° auf dem Motorrad wenigstens noch ein Feierabendbierchen trinken, bevor ich dann todmüde ins Bett fiel.

Also habe ich mich irgendwo hingesetzt, wo’s mir gemütlich war, einkleines 2-Sitzer-Sofa außen am Lokal, schlürfte mein eiskaltes Heineken und beobachtete die Leute, wie ich das an solchen Orten gerne tue. Und dann saß plötzlich SIE neben mir…

Wie ich schon zu Anfang erwähnte…es kam ein klein wenig anders als geplant und das brachte mir meine erste neue Freundin nach Mama Razzo ein. Davon, und wie ich mich zunächst erstmal richtig blamiert habe, dann im 2.Teil…